Eine starke Identität für Gemeinde & Gemeinschaft
Aus meiner persönlichen Verbindung zu Schönberg und der intensiven Beschäftigung mit der visuellen Identität des Ortes entstand eine eigeninitiativ entwickelte Designstudie. Sie übersetzt prägende heraldische Elemente in ein umfassendes System für kommunale Kommunikation – von der Wort-Bild-Marke bis zu exemplarischen Anwendungen im öffentlichen und digitalen Raum.
Verbundene Designstudien: Gemeinde & Ostseebad
Freie Designstudien · Eigeninitiativ entwickelt · Nicht im Auftrag der Gemeinde Schönberg oder des Tourist-Service Ostseebad Schönberg entstanden · Nicht umgesetzt oder offiziell im Einsatz
Eine selbstgestellte Aufgabe
Schönberg ist Wohnort, Gemeinwesen und Reiseziel zugleich. Aus dieser Vielschichtigkeit entstand die selbstgestellte Frage, wie eine visuelle Identität aussehen könnte, die kommunale Verlässlichkeit mit einem eigenständigen und zeitgemäßen Ausdruck verbindet.
Die Studie untersucht diese Frage ohne institutionelles Briefing und ohne Beauftragung durch die Gemeinde. Ausgangspunkt war meine persönliche Beziehung zum Ort sowie der Wunsch, sein vorhandenes visuelles Erbe gestalterisch weiterzudenken. Daraus entwickelte sich eine umfassende konzeptionelle Untersuchung, die Schönbergs Identität nicht neu erfinden, sondern aus dem Bestehenden heraus weiterentwickeln möchte.
Das Wappen als Ausgangspunkt
Das amtliche Gemeindewappen ist das vertrauteste visuelle Zeichen Schönbergs und bildet bewusst den Ausgangspunkt der Studie. Statt seine heraldischen Motive zu ersetzen, untersucht der Entwurf, wie sie sich abstrahieren, zeichnerisch reduzieren und in eine zeitgemäße visuelle Sprache übertragen ließen.
Die daraus entstandene Wappeninterpretation ist ein Gestaltungsvorschlag innerhalb der freien Studie. Sie ist weder eine Überarbeitung des amtlichen Wappens im Auftrag der Gemeinde noch ein offiziell eingeführtes Zeichen. Ihr Ziel ist es, die Wiedererkennbarkeit des historischen Vorbilds zu bewahren und zugleich eine prägnante, skalierbare Form für heutige Medien zu erproben.
Von der Form zum System
Die Wappenkontur und ihre geometrischen Grundformen werden zum Ausgangsmaterial eines modularen Gestaltungsprinzips. Kreis und Quadrat lassen sich neu zusammensetzen, erweitern und als Flächen, Bildfenster, Piktogramme oder Informationselemente einsetzen.
Dadurch bleibt die Herkunft des Systems auch dort spürbar, wo das Wappen selbst nicht erscheint. Farben, Typografie und Formen folgen einer gemeinsamen Logik und schaffen einen visuellen Baukasten, der zwischen Wiedererkennbarkeit und Variation vermittelt. Aus einem einzelnen Zeichen entwickelt die Studie so ein medienübergreifendes Erscheinungsbild.
Viele Themen, eine visuelle Sprache
Kommunale Kommunikation muss sehr unterschiedliche Inhalte verständlich zusammenführen: Verwaltung und Politik, Beteiligung und Ehrenamt, Kultur, Veranstaltungen und öffentliche Angebote. Der Entwurf sieht deshalb ein flexibles System vor, das Orientierung geben und zugleich den verschiedenen Themen genügend Eigenständigkeit lassen könnte.
Dunkelblau vermittelt Ruhe und Verlässlichkeit, während Gelb gezielte Akzente setzt. Ergänzende Blautöne erweitern die Palette. Eine klare Typografie und wiederkehrende geometrische Module gliedern Informationen und erzeugen über unterschiedliche Formate hinweg ein konsistentes Gesamtbild.
Anwendungen als Stresstest
Wie tragfähig ein Designsystem ist, zeigt sich erst in der Anwendung. Deshalb erprobt die Studie den Entwurf exemplarisch auf Geschäftsausstattung, Urkunden, Publikationen, Veranstaltungsmedien, Arbeitskleidung, Fahrzeugen, Fahnen und Orientierungselementen im Rathaus und im öffentlichen Raum.
Die gezeigten Motive sind Visualisierungen möglicher Anwendungen. Sie dokumentieren keine tatsächlich produzierten oder von der Gemeinde eingesetzten Medien. Innerhalb der Studie dienen sie als gestalterischer Stresstest: vom kleinen Stempel bis zum weithin sichtbaren Fahrzeug, vom formellen Dokument bis zur bürgernahen Veranstaltungskommunikation.
Zwei Studien. Ein gemeinsamer Gedanke.
Parallel zum kommunalen Erscheinungsbild untersucht eine zweite freie Designstudie einen möglichen touristischen Auftritt für das Ostseebad Schönberg. Beide Arbeiten entstanden eigeninitiativ und folgen derselben konzeptionellen Idee: zwei klar unterscheidbare Identitäten aus einer gemeinsamen gestalterischen DNA zu entwickeln.
Die reale Verbindung bildet der Tourist-Service Ostseebad Schönberg, der als Eigenbetrieb der Gemeinde für die touristische Vermarktung Schönbergs zuständig ist. Die daraus entwickelte visuelle Markenarchitektur ist hingegen ein freier gestalterischer Vorschlag. Typografie, Grundformen und modulare Logik verbinden beide Entwürfe; Farbwelt, Bildsprache und Tonalität richten sie auf unterschiedliche Zielgruppen aus.
Während die Gemeindestudie einen ruhigen, verbindlichen und auf Einwohnerinnen und Einwohner ausgerichteten Auftritt erprobt, übersetzt die Ostseebad-Studie dieselben Prinzipien in eine emotionalere und spielerischere Kommunikation für Gäste. Beide Erscheinungsbilder wurden nicht eingeführt und sind nicht offiziell im Einsatz.