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Identität · Erinnerungskultur · Raum

Volkstrauertag und Einweihung eines Denkmals am Dreier See

Wie kann gemeinsames Erinnern eine eigene Identität erhalten? Ausgehend vom Volkstrauertag entstand 2021 das fiktive Gestaltungskonzept für Dreien – einen gedachten Verbund aus drei Orten am Dreier See. Im Mittelpunkt steht die Einweihung eines neu entworfenen Ehrenmals zum Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege. Vom eigens entwickelten Wappen über die visuelle Identität und begleitende Kommunikation bis zum Erinnerungsort selbst verbindet das Studienprojekt Grafik, Identität und Raum zu einem gemeinsamen gestalterischen Konzept.

Drei Orte. Ein Zeichen.

Ausgangspunkt der visuellen Identität ist ein eigens entwickeltes Wappen für den fiktiven Gemeindeverbund Dreien. Im Zentrum steht eine Beintriskele: Drei menschliche Beine rotieren um einen gemeinsamen Mittelpunkt und übersetzen den Zusammenschluss dreier eigenständiger Orte in ein gemeinsames Zeichen. Gesichtsloser Kopf mit einem Kragen unt Kopfbedeckung aus je drei Blättern, pflanzliche Elemente und drei Fruchtkörper an deren Spitzen verdichten die Darstellung zu einer bewusst traditionsbezogenen, zugleich neu konstruierten Heraldik. Aus dem Wappen entstand eine reduzierte Gemeindesignatur, die als wiederkehrender Absender die unterschiedlichen Anwendungen miteinander verbindet.

XXX. Dreimal Dreien.

Drei Schragen im Schildfuß bilden ein wiederkehrendes Detail des Wappens. In Anlehnung an urbane Zeichen wie die drei Andreaskreuze Amsterdams erhalten sie innerhalb der fiktiven Identität eine eigene Erzählung: ein Kreuz für jeden der drei Orte – drei Zeichen für einen gemeinsamen Verbund. Was wie ein überliefertes heraldisches Detail erscheint, ist tatsächlich Teil der konstruierten Geschichte Dreiens. So entwickelt das Zeichen jene vermeintliche historische Selbstverständlichkeit, aus der Wappen und lokale Symbole häufig ihre identitätsstiftende Kraft beziehen.

Einweihung & Erinnerung

Der Volkstrauertag wird zum Anlass, an dem Identität und Erinnerung erstmals gemeinsam öffentlich sichtbar werden: Mit der Gedenkveranstaltung wird zugleich das neu entworfene Ehrenmal am Dreier See eingeweiht. Plakat, Einladung und weitere Kommunikationsmittel kündigen damit nicht nur einen Termin an, sondern begleiten einen neuen Erinnerungsort in seine öffentliche Nutzung. Das hölzerne Kreuz bildet dabei das verbindende Motiv – zunächst als Zeichen in der Kommunikation und schließlich als reales Element des gedachten Denkmals.

Ein Ort zum gemeinsamen Gedenken

Das neue Ehrenmal entsteht aus dem Bestand eines ehemaligen Brunnens am Dreier See. Eine rund fünf Meter breite, patinierte Stahlplatte schließt das Brunnenbecken und verwandelt es in ein begehbares Podium. Im Zentrum steht jenes hölzerne Kreuz, das bereits die Kommunikation zum Volkstrauertag prägt. Seine warmen Holztöne und die rostähnliche Oberfläche des Stahls fügen sich bewusst in die umgebende Sandsteinarchitektur ein.

Die vorhandene Kreisgeometrie wird dabei zum wesentlichen Bestandteil des Entwurfs: Treppen, halbkreisförmige Mauern und das zentrale Podium schaffen einen Ort, um den sich Menschen versammeln können. Zur Einweihung am Volkstrauertag wird der ehemalige Brunnen so gedanklich erstmals seiner neuen Funktion übergeben – als gemeinsamer Erinnerungsort für die Gefallenen der beiden Weltkriege.

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